Bandol – der große Rote von der Côte d'Azur

Bandol – der große Rote von der Côte d'Azur


Der Bandol ist ein spannender, großer Rotwein von der französischen Mittelmeerküste. Mal wird er der Provence, ein andermal der Côte d'Azur zugeschlagen. Fakt ist, dass der Bandol ein noch weitgehend unbekannter Star in der internationalen Rotweinszene ist.

Bandol Weinshop

Die Stilistik eines typischen Bandol

Die besten Bandol präsentieren sich üppig konzentriert, mit großer Geschmackstiefe, Komplexität und einem bemerkenswerten Alterungspotential. In ihrer Jugend beeindrucken sie durch Aromen dunkler Beerenfrucht mit Nuancen frischer Kräuter, vor allem Thymian und Rosmarin, und Anklängen von Fleisch und Leder. Am Gaumen strotzen die Elixiere nur so vor unbändiger Kraft und rassigen Tanninen, nur der Säuregehalt ist vergleichsweise niedrig. Jung sind es Weine, mit denen man ringen muss, ohne jedoch jemals die Oberhand zu bekommen. Erst nach einigen Jahren Flaschenreifung erreichen sie jenes Maß an Generosität, Harmonie und Abgerundetheit, das sich jeder Weinfreund wünscht. Dann hat sich das jugendliche Aroma weiterentwickelt und es finden sich Noten von Bergamotte (Zitrusfrucht), Wacholder, Trüffel, Kakao, Trockenfrüchten und Tabak.

Bandol Dorf

Das Klima im Weinbaugebiet Bandol

In Bandol treffen alle Bedingungen zusammen, um große und geschmacklich eigenständige Weine entstehen zu lassen. Diese herrlich sonnige Ecke im Südosten Frankreichs zwischen Toulon und Marseille ist mit ihren dem Meer zugewandten und gegen kalte Nordwinde geschützten Hängen geradezu ideal für den Weinbau. Mehr als 3000 Sonnenstunden im Jahr, warme, aber nicht zu heiße Temperaturen aufgrund der Nähe zum Meer, lange, niederschlagsarme Herbste und die positiven Effekte des Mistral, der nach Regenfällen wie eine Schnelltrocknungsanlage wirkt und dadurch dem Fäulnisbefall vorbeugt, bieten selbst für den Anbau spätreifender Rebsorten außergewöhnlich günstige Voraussetzungen.

Bandol Segelboote

Das Bandol-Terroir

Die 1300 Hektar große Appellation Bandol erstreckt sich oberhalb der gleichnamigen Hafenstadt und ist in der Form eines natürlichen Amphitheaters angeordnet. Zu den Weinorten zählen weiterhin die Küstenstadt Sanary und im Inland die reizenden mittelalterlichen Bergstädtchen Le Castellet und La Cadière d’Azur sowie der Marktflecken Le Beausset. Tausende kleiner Parzellen ziehen sich entlang der Hügel auf durch Trockenmauern gestützten Terrassen. Restanques nennen sich diese dem steinigen Grund abgerungenen Flecken, auf denen außer Reben auch Olivenbäume, Aleppo-Kiefern, immergrüne Eichen und alle möglichen würzigen Kräuter gedeihen. Die Böden im Gebiet sind uneinheitlich, aber vor allem geprägt von Lehm, Kalk und Schotter.

Bandol Kueste

Die Rebsorten für den Bandol

Die Hauptrebsorte heißt hier Mourvèdre. Für den Winzer ist diese kleine, dickhäutige Beere nicht einfach anzubauen. Weil sie im Frühjahr sehr spät austreibt und im Herbst spät reift, beansprucht sie für sich die wärmsten, nach Süden ausgerichteten Lagen. Annehmbare Resultate bringt sie nur unter der Bedingung niedriger Erträge. Dazu bedarf es kühler, flacher Tonböden und schwachwüchsiger Unterlagen. Gleichzeitig müssen die Winzer hohe Zuckerkonzentrationen in den Beeren anstreben, um die relativ hohen Tanninwerte zu balancieren. Einerseits sollte die Ernte also möglichst spät erfolgen, andererseits besteht aber gerade dann die Gefahr der Überreife, die ein backpflaumenartiges Aroma mit sich bringt. Also eine wirklich knifflige Angelegenheit!

Ein Bandol-Wein muss zu mindestens 50 Prozent aus der Mourvèdre-Traube bestehen. Auf den in diesem Gebiet vorherrschenden Ton- und Lehmböden tritt der von Natur aus hohe Tanningehalt der Mourvèdre-Traube deutlich hervor, so dass traditionell die ebenfalls angebauten Sorten Grenache und Cinsault beigemischt werden. Nur auf den Kalk- und Mergelböden im Norden des Anbaugebietes entstehen weniger tanninbetonte, feinere Exemplare, die in manchen Fällen sogar ohne den mildernden Einfluss der anderen Sorten auskommen.

Bandol Kuestenpanorama

Qualitätsmaßnahmen in Weinberg und Keller

Keine andere französische Appellation hat dermaßen strenge Produktionsbestimmungen wie Bandol. Der maximale Ertrag ist auf 40 hl/ha begrenzt, das heißt nicht mehr als etwa zwei bis drei Trauben pro Stock. Beispiellos ist die Bestimmung, Trauben frisch gepflanzter Reben erst dann für den Bandol AOC zuzulassen, wenn die Stöcke ein Alter von acht Jahren erreicht haben. Die Pflanzdichte muss mindestens 5000 Stöcke pro Hektar betragen und die Ernte ausschließlich per Hand erfolgen. Chaptalisierung, das heißt die Anreicherung des Mostes mit Zucker, um den Alkoholgehalt zu erhöhen, ist ebenso verboten wie alle Verfahren der Konzentration von Most und Wein. Für den Ausbau schreiben die Appellationsdisziplinarien eine Fasslagerung von mindestens achtzehn Monaten vor. Traditionell werden hierfür auch heute noch große Holzfuder verwendet. Doch einige Kellermeister haben – wie in anderen Gebieten auch – längst damit begonnen, Barriquefässer einzusetzen.

Bandol Lila

Zum Essen

Wildbraten, Wildgeflügel, Schmorfleisch, Kalb, Ente, Taube, Gemüse – eigentlich zu fast allem!

Empfehlenswerte Vertreter

Château de Pibarnon, Château Pradeaux, Château Jean-Pierre Gaussen, Domaine de la Tour de Bon, Domaine Ray Jane, Domaine Terrebrune, Château la Rouvière, Domaine Tempier, Château Vannières, Domaine Lafran-Veyrolles, Domaine de la Vivonne


Lass es Dir schmecken!


Wolfgang



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