Eigentlich war ein Badeurlaub geplant.
Ein paar Tage an der französischen Atlantikküste. Meer, Strand, Sonne. So, wie man sich einen Sommerurlaub eben vorstellt.
Doch nach einigen Tagen wurde mir langweilig.
Ich setzte mich aufs Fahrrad und begann, die Umgebung zu erkunden.
Irgendwann führte mich der Weg ins Médoc.
Vor mir lagen kilometerlange Alleen, prachtvolle Châteaux und berühmte Weingüter. Ich erinnere mich noch genau an den Gedanken, der mir damals durch den Kopf ging:
„Wenn all diese Schlösser Weingüter sind – was muss das eigentlich für ein besonderer Wein sein?“
In einer kleinen Buchhandlung kaufte ich mir ein unscheinbares Büchlein über Bordeaux.
Rückblickend war das der Moment, in dem sich für mich eine völlig neue Welt öffnete.
Nicht, weil ich plötzlich mehr Wein trinken wollte.
Sondern weil ich verstehen wollte.
Vor einigen Wochen stellte mir eine Teilnehmerin der Weinkenner Masterclass eine Frage, die mich genau an diesen Moment erinnerte.
Sie erzählte von ihrem Freundeskreis.
Alle trinken gern Wein.
Manche geben viel Geld dafür aus.
Sie fahren in Weinregionen, genießen gute Flaschen und freuen sich über besondere Entdeckungen.
Aber sie haben keinerlei Interesse daran, tiefer einzusteigen.
Keine Bücher.
Keine Podcasts.
Keine Herkunft.
Keine Winzer.
Keine Fragen.
Dann fragte sie mich:
„Warum wollen manche Menschen Wein verstehen – und andere überhaupt nicht?“
Je länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde mir:
Das ist gar keine Weinfrage.
Dasselbe passiert überall.
Manche Menschen hören Musik.
Andere beginnen irgendwann, Musikerbiografien zu lesen.
Manche fotografieren.
Andere beschäftigen sich plötzlich mit Licht, Perspektive und Bildgestaltung.
Manche reisen.
Andere wollen verstehen, warum ein Ort so geworden ist, wie er heute ist.
Immer gibt es diesen einen Moment.
Den Moment, in dem aus Konsum Neugier wird.
Aus Genuss Leidenschaft.
Und aus einer Freizeitbeschäftigung eine lebenslange Entdeckungsreise.
Wein eignet sich dafür vielleicht besser als viele andere Themen.
Denn kaum irgendwo verbinden sich Natur, Kultur, Geschichte und Handwerk so unmittelbar.
Ein Wein erzählt immer eine Geschichte.
Von einem Ort.
Von einem Jahr.
Von den Entscheidungen eines Menschen.
Von Klima.
Von Böden.
Von Tradition.
Je mehr man davon versteht, desto größer wird der Genuss.
Nicht kleiner.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Ich glaube nämlich nicht, dass Wissen den Genuss ersetzt.
Ich glaube, Wissen vertieft ihn.
In den vergangenen zwanzig Jahren habe ich viele Menschen kennengelernt, die irgendwann an denselben Punkt gelangt sind.
Sie hatten Bücher gelesen.
Verkostungen besucht.
Sie kannten Rebsorten und Regionen.
Und trotzdem fehlte etwas.
Nicht Wissen.
Sondern Zusammenhang.
Die Puzzleteile waren da.
Aber sie ergaben noch kein Bild.
Genau deshalb habe ich die Weinkenner Masterclass entwickelt.
Nicht als klassischen Weinkurs.
Sondern als Ort für Menschen, die ihre Leidenschaft gemeinsam mit anderen vertiefen möchten.
Für Menschen, die merken, dass ihre Neugier größer geworden ist als das, was sie allein entdecken können.
Vielleicht hattest Du selbst einmal einen solchen Moment.
Nicht unbedingt beim Wein.
Vielleicht bei der Fotografie.
Beim Kochen.
Beim Laufen.
Oder bei einem Instrument.
Den Moment, in dem Du gespürt hast:
"Da steckt viel mehr dahinter, als ich bisher gesehen habe."
Wenn das beim Wein passiert, beginnt oft eine Reise, die viele Jahre dauert.
Bei mir begann sie auf einem Fahrrad im Médoc.
Und sie ist bis heute nicht zu Ende.
Über genau diese Frage spreche ich ausführlich in der aktuellen Episode von Genuss im Bus:
Es ging nie um Wein – Über den Moment, in dem aus Genuss Neugier wird
Wenn Du das Gefühl hast, dass auch bei Dir die einzelnen Puzzleteile langsam zu einem Bild werden sollen, freue ich mich darauf, Dich kennenzulernen.
Buche hier ein unverbindliches Erstgespräch: https://calendly.com/dr-staudt-weinerlebnisse/erstgespraech
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