Sven Leiner - Passionierter Biodynamiker aus der Südpfalz

Sven Leiner - Passionierter Biodynamiker aus der Südpfalz


Sven Leiner - Passionierter Biodynamiker aus der Südpfalz

Mein heutiger Interviewgast ist Sven Leiner vom Weingut Jürgen Leiner aus Ilbesheim in der Südpfalz. Sven war in den Jahren 1997/98 als Lehrling bei Hans-Günter Schwarz.

Heute, etwas mehr als 20 Jahre später, schaut er im Interview mit mir auf die gemeinsame Zeit mit Hans-Günter Schwarz zurück und stellt dabei fest, dass die zentralen Paradigmen seines damaligen Lehrers seine eigenen Grundüberzeugungen im Kern noch immer extrem beeinflussen und prägen, wenngleich er in der ein oder anderen Frage doch noch ein bisschen weiter geht, noch ein bisschen konsequenter ist, als sein großes Vorbild von damals.

Aber Sven Leiner weiß, dass das nicht zuletzt auch den Entwicklungen der Zeit geschuldet ist und insgeheim schließt er nicht aus, dass Hans-Günter Schwarz einen ähnlichen Weg wie er selbst eingeschlagen hätte, wenn er heute die Gelegenheit dazu hätte.

Sven Leiner

Sven Leiner vertraut seinem Bauchgefühl

Sven Leiner ist passionierter Biodynamiker und Naturweinproduzent. Diese Zuschreibungen treffen sicher den Kern seines Selbstverständnisses, gleichwohl ist er ein Typ, der in keine der gängigen Schubladen passt. Er tut nur das, wovon er überzeugt ist. Und weil er überzeugt ist, dass nur ein gesunder Weinberg Weine mit authentischem Herkunftscharakter ergeben kann, gilt all seine Aufmerksamkeit dem Mikrokosmos Weinberg - dem Boden und seiner Nährstoff- und Wasserversorgung und der Vitalität der Rebpflanzen.

„Es bedarf einiges an Sensibilität“, sagt er, „um zu erkennen, was ein Weinberg braucht und wie ich ihn am besten unterstützen kann. Ich höre in diesen Dingen vor allem auf mein Bauchgefühl“, gesteht er.

„Ich betrachte den Boden als lebendigen Organismus. Deshalb unterstütze ich seine Vitalität durch Kompost, ausgleichende Tees und Naturpräparate. Darauf reagieren die Reben ausgesprochen positiv, nämlich mit einem gesunden und ausgeglichenen Wuchsverhalten."

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Sven Leiner zielt auf authentische und unverfälschte Weine

Seine arbeitsintensive Pflege der Weinberge ist die Basis für alles weitere: "Dann bekomme ich die Weine, die mir vorschweben, Weine die Herkunft zeigen, Weine, die Zeugnis dessen ablegen, was die Lage, das Klima und die Witterung aus ihnen gemacht haben.“

Im Keller verfährt Sven Leiner, ähnlich wie Hans-Günter Schwarz nach dem Prinzip des kontrollierten Nichtstuns, wenngleich sicher noch ein bisschen konsequenter als dieser. Er schwefelt seine Weine während der Ausbauphase kaum und vergärt die meisten seiner Moste spontan.

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Dem natürlichen Rhythmus des Weinwerdungsprozesses vertrauen

In den Weinen seiner Serie "Handwerk" reflektiert Sven Leiner den Charakter der Rebsorte. Sie werden im Edelstahltank vergoren und sind ohne Restsüße, also sehr trocken ausgebaut.

Seine Lagenweine vergärt er allesamt spontan und ohne Temperatursteuerung in Holzfässern. Soweit es ihm sinnvoll erscheint, überläßt er den Weinwerdungsprozess dieser großen Weine ihrem eigenen Rhythmus. Das bedeutet Verzicht auf Schwefelung und Schönung und eine lange Reifung auf der Vollhefe.

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Sven Leiner - ein bescheidener Individualist

Wie sein Vorbild Hans-Günter Schwarz ist auch Sven Leiner ein bescheiden auftretender, engagierter und überaus kompetenter Winzer, der wagt, seinen eigenen Weg zu gehen. Seit 2018 vermarktet er sein gesamtes Sortiment als Landweine, nicht zuletzt, um mit seinen unfiltrierten Abfüllungen vorhersehbaren Konflikten mit der Qualitätsweinprüfung aus dem Weg zu gehen.

Im Interview mit mir erinnert sich Sven Leiner an die Tage mit Hans-Günter Schwarz und was von dem, das er damals gelernt und erfahren hat, ihm heute noch wichtig und bedeutungsvoll ist.

Tina Pfaffmann coming soon

In zwei Tagen spreche ich mit Tina Pfaffmann, der Chefin und Inhaberin des gleichnamigen Weinguts im Südpfälzischen Frankweiler. Sie war ein Jahr früher als Sven Leiner bei Hans-Günter Schwarz und pflegt noch heute einen regen Austausch mit ihrem damaligen Lehrmeister.

Lass es dir schmecken!

Wolfgang

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