Brennerei Ziegler - Relaunch einer in Vergessenheit geratenen Marke im Einklang mit der Natur

Brennerei Ziegler - Relaunch einer in Vergessenheit geratenen Marke im Einklang mit der Natur


Brennerei Ziegler - Relaunch einer in Vergessenheit geratenen Marke im Einklang mit der Natur

Die Brennerei Ziegler erfährt gerade einen umfassenden Relaunch von Marke und Unternehmen. In Anknüpfung an die lange und erfolgreiche Tradition hochwertigen Brennens geht es nun darum, mit einer zeitgemäßen Neuaufstellung fit für die Zukunft zu werden. Produktqualität, Nachhaltigkeit und Klimaneutralität stehen dabei im Fokus.

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Alle Fotos in diesem Artikel stammen von Julius Hirtzberger

Podcast-Interview mit Andreas Rock, dem CEO der Brennerei Ziegler

Für eine weitere Episode meines Podcasts "Genuss im Bus" habe ich erstmals weder eine Winzerin oder einen Winzer noch eine andere Persönlichkeit aus dem Wein-Business, sondern den CEO eines traditionsreichen Spirituosenherstellers ans Mikrofon geholt. Es ist Andreas Rock von der Brennerei Ziegler in Freudenberg am Main. Dort wird bereits seit 1865 gebrannt und zwar, wie mir Andreas versichert, aus einem einzigen Grund, nämlich um die ganz besonderen Genussmomente des Lebens angemessen zu begleiten.

Dass es selbstverständlich auch um Wirtschaftlichkeit und Renditen geht, dafür sorgen nicht zuletzt die neuen Eigentümer, eine Investorengruppe aus Frankfurt. Es handelt sich um Rantum Capital, ein von Finanzexperten, Unternehmern und ehemaligen DAX-Vorständen gegründeter Mittelstandsfinanzierer.

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Die Ziegler wird jünger, moderner und frischer und konzentriert sich wieder auf ihre Kernkompetenzen

Nach drei Jahrzehnten als Teil der Hawesko-Gruppe, weht nun also ein neuer Wind im Hause Ziegler und vieles wird wieder vor Ort gemanagt und entschieden. Es geht um nichts weniger, als eine ehemals enorm erfolgreiche Marke, die außer Tritt geraten war, wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Mit viel Fingerspitzengefühl und kreativem Input wird an allen nur denkbaren Stellschrauben gedreht. Es gibt nicht nur eine komplett neue Führung. Nach Umbauten und Renovierungen ist man auch sonst in vielen Dingen anders aufgestellt. Jünger, moderner und frischer, vor allem aber entschiedener und fokussierter. Denn statt eines kaum zu überblickenden Produktportfolios, wurde das Sortiment schon nach kurzer Zeit deutlich verschlankt.

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Da ist Enthusiasmus im Spiel

Die strategische Neuausrichtung der Brennerei Ziegler und der damit verbundene Relaunch von Unternehmen und Marke, liegt nun in den Händen von CEO Andreas Rock und seinem Team. Den Enthusiasmus, mit dem sie dabei zu Werke gehen, bringt die junge Truppe so auf den Punkt: „Wir brennen!“ – „Wir brennen für Gastgeber- und Genusskultur, für Tradition und Weltoffenheit, für Qualität und Nachhaltigkeit und die kostbarsten Lebensmomente, in denen die Zeit für einen Augenblick stillsteht.“

Oder in den Worten von Andreas Rock:

Der Genuss eines Brandes hat immer etwas wahnsinnig Verbindendes. Das ist das Schöne und Besondere an diesem Kulturgut. Einen Kaffee trinkt man recht schnell miteinander. Beim Bier ist man dann schon einen Schritt näher dran am anderen. Aber dass man einen Brand zusammen trinkt, das geschieht nur in sehr speziellen Momenten. Einen Brand trinkt man nicht mit jedem.

Und er ergänzt:

Brände sind in unseren Breitengraden klassische Kulturprodukte. Wir müssen lernen, wieder stolz darauf zu sein. So wie die Italiener auf ihren Grappa stolz sind, die Franzosen auf ihren Champagner und die Schotten ihren Whisky abfeiern.

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Aufgeräumtes Produktfortfolio mit spannenden Ergänzungen

Die Produktpalette ist einerseits verschlankt worden, andererseits wird sie mit spannenden Produkten attraktiv ergänzt. Gin und Rum sind weggefallen, hinzugekommen ist ein spannender Whisky, der sein Finish in den Fässern der alten Zwetschge erfährt.

Neu im Sortiment ist erstmals auch ein Aperitif. Er trägt den Namen Freigeist. „Mit diesem ersten Wildwiesen-Aperitif der Welt wollen wir nun auch vor dem Essen Präsenz zeigen“, erklärt mir Andreas - sichtlich stolz und begeistert.

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Nachhaltigkeit als neuer Markenkern

Neben diesen Produktneuheiten steht vor allem ein Thema im Fokus: das Thema Nachhaltigkeit. Das Führungsteam hat sich diesbezüglich ambitionierte Ziele gesetzt: Noch in diesem Jahr soll Ziegler zur klimaneutralen Brennerei werden.

Die Nachhaltigkeit steht bei uns ganz oben auf der Agenda und sie wird umfassend gedacht. Also nicht nur hinsichtlich der Produkte selbst, sondern auch in Bezug auf die gesamte Wertschöpfungskette, die Arbeitsbeziehungen und die Prinzipien der Unternehmensführung.

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Nachhaltigkeit ist unser Lebenselixier

Nicht weil der aktuelle Zeitgeist fordert, Nachhaltigkeitsprinzipien in die strategischen Unternehmensziele zu implementieren, hat sich Andreas Rock dafür entschieden, sondern weil sich in dieser Frage die vitalen Interessen der Brennerei Ziegler wie in einem Brennglas bündeln.

Im Einklang mit der Natur zu wirtschaften, ist für uns als Brennerei die eigentliche Existenzgrundlage. Wir leben davon, dass wir hier fast 900 Tonnen Frucht jedes Jahr verarbeiten. Wenn das nicht das beste Obst ist, dann haben wir grundsätzlich ein Problem. Dann haben unsere Produkte nicht mehr die Qualität, die sie haben. Deshalb ist das Thema Nachhaltigkeit für uns Lebenselixier und originäres Selbstverständnis und kein Lippenbekenntnis. Unser Ziel ist es, wieder diese visionäre Kraft zu finden, die früher immer zur DNA der Brennerei Ziegler gehört hat. das heißt, wir gehen einen Schritt weiter als andere.

Der Weg zur klimaneutralen Brennerei ist längst in Gang gekommen. In nicht allzu ferner Zukunft dürfte dieses ambitionierte Projekt erfolgreich umgesetzt sein.

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Qualität nachvollziehbar machen

Um schon beim Kauf eines Ziegler-Brandes die hohe Produktqualität zu kommunizieren, hat sich das neue Führungsteam für eine ausgesprochen originelle Strategie entschieden. Im Hinblich auf zwei ganz zentrale Qualitätsfaktoren werden die entscheidenden Informationen auf dem Etikett plaziert: Reifedauer und Fruchtquantum.

Heute findest Du auf der Flasche jedes Ziegler-Brandes die Angabe, wieviel Frucht pro Flasche verarbeitet wurde. Das geht von zehn Kilo zum Beispiel bei der Williams Birne bis hinauf zu 15 Kilo beim Marillenbrand. Die Lagerdauer geben wir in Tagen an. Wir können das so genau sagen, weil wir immer kleine Chargen abfüllen und so exakt nachvollziehen können, wie viel Reifetage der Brand absolviert hat. Nichts wird bei uns unter drei Jahren abgefüllt, die Wildkirsche lagert sogar mindestens fünf Jahre.

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Fazit - Ziegler kann Champions League

Im Interview, das ich mit Andreas Rock vor Ort in Freudenberg geführt habe und auch schon zuvor, als ich mir von Paul Meier, dem langjährigen Brennmeister den Betrieb habe zeigen lassen, ist mir klar geworden, was es bedeuten kann, Tradition und Moderne zu vereinen und mit enorm viel Begeisterung und einem Spirit voller Aufbruchsstimmung anzureichern. Da entsteht etwas ungemein Spannendes, am Ende vielleicht sogar etwas Großes.

Die Podcast-Episode gibt einen sehr umfänglichen Einblick in die aktuelle Relaunch-Strategie, einen Einblick, der zeigt, wie eine zeitgemäße und vorausschauende Positionierung heute aussehen kann, ja vielleicht aussehen sollte. Dazu gehört nicht nur Wirtschaftlichkeit, sondern auch Verantwortung. Verantwortung übernehmen, heute und für die nachfolgenden Generationen.

Ich kann an dieser Stelle nur empfehlen, bei Gelegenheit den Weg nach Freudenberg anzutreten, sich die Brennerei anzuschauen und ein Schlückchen zu genießen. Das ist definitiv einen Umweg wert.

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Zu Gast im nächsten Podcast ist Toni Askitis

In 14 Tagen geht es weiter hier im Podcast. Dann bin ich mit Toni Askitis verabredet, auf Social Media sicher besser bekannt unter der Marke „Asktoni“.

„Wein ist unkompliziert“ - das ist sein Slogan, mit dem er vor allem jüngeren Menschen den Wein näher bringen möchte. Und es ist der Titeld sein erstes Buchs, das er gerade veröffentlicht hat. Ich will im Interview die Gelegenheit nutzen, mit ihm darüber zu sprechen, wie es ihm gelingt, junge Menschen für den Wein zu begeistern.

Ist Wein wirklich unkompliziert? Wenn ja, wieso empfinden noch immer Unzählige das Gegenteil? Wieso sind so viele der Meinung, vom Wein nichts zu verstehen und glauben, es sei ein elitäres Getränk? Fragen über Fragen. Ich bin sicher, Toni ist um keine Antwort verlegen.

Also, freut Euch auf eine spannende Podcast-Episode, wenn in 14 Tagen Toni Askitis am Mikrofon Platz nimmt und uns seine Sicht der Dinge erläutert.

Bis dahin wünsche ich Euch allen eine gute Zeit und sage für heute Tschüss und Auf Wiedersehen. Und nicht vergessen:

Lasst es Euch schmecken!

Wolfgang

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